Kinder, ein anspruchsvolles Publikum

Der Tod ist schon für die Erwachsenen schwer zu begreifen. Wie schwer muss es da erst Kindern fallen, ihn einzuordnen?

Doch sollte man Kinder nicht unterschätzen. Sie gehen sehr unterschiedlich mit diesem Thema um. Gleichgültig, ob sie neugierig sind und viele Fragen stellen oder in sich gekehrt, verängstigt oder vermeintlich ignorierend sind: Sie möchten einbezogen und ernst genommen werden.

Gabi Wilbert stellt sich den Fragen und Sorgen der Kinder sehr offen. Es ist ihr wichtig, sie intensiv einzubeziehen, wenn sie es wünschen. Sie dürfen durchaus auch Handreichungen, zum Beispiel beim Umkleiden des Verstorbenen, verrichten. Vielen Kindern macht die Trauer der Erwachsenen Angst. Oft steht viel Unausgesprochenes im Raum, das schlimmstenfalls beginnt, ein beängstigendes Eigenleben zu führen. Bei Gabi Wilbert darf auch mal gelacht werden. Und das entlastet oft auch die Eltern, die erst einmal für ihre eigene Trauer einen Weg finden müssen.

Das direkte Einbeziehen der Kinder in den Abschiedsprozess tut den Kleinen gut. Es verringert Hemmschwellen und gibt oft Antworten auf Fragen, die gar nicht mehr gestellt werden müssen. Es ist tröstlich und beruhigend – und schafft Raum für die schönen Erinnerungen an den Verstorbenen.